Soul AM (08-11)

Der Kia Soul schaut aus wie ein mit Wachstumshormonen gemästeter BMW Mini und lässt sich kaum einer bestimmten Fahrzeugklasse zuordnen. Er erinnert sowohl an einen SUV, als auch an einen Mini- oder Kompaktvan. Der ADAC bezeichnet ihn als Großraumlimousine in der Kleinwagenklasse, während die südkoreanische Hyundai-Tochter Kia von ihrem „kompakten Crossover-SUV“ spricht. Was es noch über dieses seltsame Unikum, seinen Namenszusatz „AM“ sowie seine Modellreihen zu berichten gibt, erfährst du hier.

Der Soul, eine Frischzellenkur und zwei Modellreihen

Produziert wird der optisch sehr markante Kia Soul erst seit 2008. Er wurde jedoch im Laufe seiner kurzen Karriere bereits einmal leicht und zweimal grundlegend überarbeitet. Die im Jahr 2011 erfolgten ersten Korrekturen waren nur kleinerer Natur, aber schon zwei Jahre später erschien eine zweite Kia-Generation, die sich optisch und technisch ganz wesentlich von ihrem Vorgänger unterschied. Sämtliche Ersatzteile, die du auf dieser Site findest, beziehen sich daher vornehmlich auf Soul-Modelle der zwischen 2008 und 2013 gefertigten ersten Soul-Generation, und dies auch nur auf jene Fahrzeuge, welche auf einer AM-Plattform basieren. Dazu gehören insbesondere die Soul-Modelle:

1.6 CRDi 115
1.6 CRDi 128
1.6 CVVT (105, 126 und 129 PS)
1.6 GDI
XL

Bei dem Zusatz „AM“ handelt es sich übrigens nicht um eine offizielle Fahrzeugtyp-Bezeichnung, sondern ist eine Art inoffizieller Bezeichnung des jeweils eingesetzten Plattformtyps. Dennoch werden viele Ersatzteile der ersten Soul-Generation manchmal (aber nicht immer!) mit dieser Zusatzbezeichnung versehen. Prüfe daher genau das Baujahr und den Typ deines Soul, wenn du auf der Suche nach Austauschteilen bist. Nur sehr wenige „AM“-Teile lassen sich nämlich in einen Soul einbauen, der nach 2013 fabriziert wurde oder eine andere Typenbezeichnung trägt.

Die erste Kia Soul Generation von 2009 – 2014

Zuerst wurde der auf einer Studie des Kia Track´ster basierende Soul als eine Art agiler Mini-SUV konzipiert. Trotz seines Aussehens gibt es ihn nicht in einer Allrad-Variante, aber immerhin wurde sein Fahrwerk deutlich höher gelegt. Daher ist der Soul trotz seiner imposanten Dachhöhe von 1,61 nur 4,14 lang, und mit 1,83 Metern ungewöhnlich breit. Äußerlich wirkt er daher für einen SUV außerordentlich gedrungen und bullig, innen ist er jedoch geräumig und bietet reichlich Platz für fünf Personen. Bei umgelegter Rückbank verfügt er über ein Ladevolumen von 570 Litern. Auch besitzt bereits das Basismodell der ersten Soul-Generation eine sehr reichhaltige Serienausstattung, wie etwa ESP, ABS sowie mindestens sechs Airbags.

Motorausstattung und Getriebe des Kia Soul

In punkto Antrieb fahren die meisten Souls der ersten Generation mit einem von zwei frontbetriebenen Benzinmotoren. Beide verfügen über vier Zylinder, 16 Ventile und zwei obenliegende Nockenwellen. Die erste Motorvariante verfügt wahlweise über ein Fünf-Gang-Schaltgetriebe oder ein Vier-Stufen-Automatikgetriebe und arbeitet im 126 PS starken 1.6 CVVT. Besagter Motortyp wurde 2011 durch den 140 PS starken Direkteinspritzer 1.6 GDI abgelöst. Die zweite Benzinmotor-Baureihe heißt 2.0 CVVT und besaß zunächst 143 PS. Verwirrend hierbei ist, dass der seit 2011 produzierte 2.0 CVVT-Nachfolger ebenfalls 2.0 CVVT heißt. Nur verfügt Letzterer über 164 PS, einen höheren Drehmoment und einen geringeren Kraftstoffverbrauch. Neben den Benzinmotoren gibt es mit dem 1.6 CRDi noch ein Dieselfahrzeug. Dieses blieb seit seinem im Jahr 2009 erfolgten Produktionsstart motortechnisch unverändert. Nach wie vor besitzt der 1.6 CRDi daher eine Common-Rail-Direkteinspritzung mit 128 PS sowie ein manuelles oder automatisches Sechs-Gang-Getriebe.

Das kleine Soul-Facelifting 2011

Im Oktober 2011 gönnte Kia seinem Soul eine erste optische Frischzellenkur. Aus diesem Grund sind auch nur sehr wenige Karosserieteile der vor und nach 2011 gefertigten Soul-Modellen kompatibel. So verfügen zwischen 2011 und 2013 produzierte Soul-Fahrzeuge über ein anderes Lichtsystem. Die Nebelscheinwerfer sind deutlich größer, die Doppelscheinwerfer verfügen über einen schwarzen Zierrahmen, das Abblendlicht wird neuerdings im unteren Scheinwerferteil produziert und bei Modellen mit höherer Ausstattung erstrahlt das Rücklicht sogar mittels LED-Technik. Auch gibt es seit 2011 eine schwarze Zierleiste, die sich von den Stoßfängern über die gesamte Wagenbreite zieht. Neu gestaltet wurde auch die Mittelkonsole. Falls du also Teile deiner Konsole oder der Karosserie austauschen musst, und einen Soul der Baujahre 2009-2011 besitzt, sollten deine Ersatzzeile ebenfalls aus diesen Jahren stammen. Dies gilt auch für Motor und Getriebe, denn erst bei Modellen der Baujahre 2011 – 2013 wurden die automatischen und manuellen Getriebe auf Sechs-Gänge erweitert.

Das große Soul-Facelifting 2014

War die 2011 erfolgte Modell-Überarbeitung noch relativ geringfügig, so führte die 2013 erfolgte, zweite Überarbeitung zu grundlegenderen Veränderungen. Seitdem verfügt der Soul über ein neues Design und ein neues Interieur. Daher zählen zwischen 2013 und 2015 produzierte Soul-Fahrzeuge zur zweiten Generation. Kia selbst bezeichnet diese runderneuerte Soul-Version als Crossover oder als „Urban Utility Vehicle“ - auf gut Deutsch also als „städtisches Nutzfahrzeug“, aber „UUV“ klingt natürlich deutlich schicker. In Europa erst seit 2015 erhältlich ist zu guter Letzt noch der mit einem 110 PS starken Elektromotor ausgestattete Kia Soul EV. Der teilt sich viele Ersatzteile mit seinen Kraftstoff-Geschwistern. Zwar gilt der Kia Soul EV derzeit noch als Nischenprodukt, aufgrund der staatlichen Förderung dürfte sich dies allerdings demnächst ändern.

Besonderheiten bei Karosserie, Fahrwerk und Sonderausstattung

Kleine Ursache, große Wirkung: sicherlich ist der Soul seit 2013 nur minimal länger, höher und breiter geworden. Dies bewirkt jedoch, dass seine nunmehr deutlich an den Kia Cee´d angelehnte Karosserie nicht mit der seiner Vorgänger-Generation kompatibel ist. So verfügt der runderneuerte Frontbereich über einen großen, trapezförmigen Lufteinlass, weit außen platzierte Nebelscheinwerfer und einen prägnanteren Kühlergrill. Vor allem besitzt er eine Zweifarblackierung, was die Ersatzteilsuche von Karosserieteilen erheblich erschwert. In den kommenden Jahren sollen übrigens noch weitere Farbkombinationen erscheinen wie etwa Metallic mit weißem Dach. Extras wie das beheizbare Lenkrad, der elektrisch einstellbare Fahrersitz, die hintere Sitzheizung, Parksensoren oder die vordere Sitzventilation sind allerdings der höchsten Ausstattungsreihe „Spirit“ vorbehalten und lassen sich nicht - oder nur mit einem enormen Arbeitsaufwand - in die anderen Modellreihen integrieren. Wenn du als Besitzer eines Soul AM auf der Suche nach Fahrwerk- und Chassis-relevanten Teilen sein solltest, schau auch mal beim Kia Venga nach, denn der basiert ebenfalls auf der AM-Plattform des Soul.

Kleinere Schwachstellen des Kia Soul AM

Der Soul AM gilt als sehr robust und wenig reparaturanfällig. Allerdings klagen manche Besitzer über defekte Kupplungen, Bremsen und Stoßdämpfer. Auch das Auspuffsystem besitzt viele Schwachstellen. Dies betrifft insbesondere den Katalysator, der sich oft schon nach weniger als 50.000 km verabschiedet. Viele regen sich zudem über die sehr ruppige Federung und die extrem kratzempfindlichen Plastikteile des Innenraums auf. Auch wurde wohl die Karosseriefarbe allzu dünn aufgetragen, denn schon beim geringsten Anlass kann es zu Lackablösungen kommen. Diese zu kaschieren gelingt nicht immer, da bleibt dir schlimmstenfalls nur der Austausch des lädierten Teils - im Idealfall mit einem unserer vielen Soul-Ersatzteile.